Was ist mit Taufe, Hochzeit, Beerdigung?


Taufe

Wir taufen Menschen, die mündig sind und sich freiwillig für ein Leben mit Gott entschieden haben. Jugendliche besuchen den Unterricht, den sie nach drei Jahren abschliessen. Der so genannte «Unti-Abschluss» markiert das Ende der «religiösen Kindheit». Danach liegt es an den Jugendlichen, ernst mit Gott zu machen, wenn sie das wollen. 

Hochzeiten und Beerdigungen sind seltener bei uns, aber wir führen solche Anlässe selbstverständlich durch und freuen uns über die offene und gute Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Kirchgemeinden. Unser Ziel ist es, Menschen an den Schnittstellen des Lebens gut zu begleiten. 

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob man nach einem Austritt aus 
einer der Landeskirchen immer noch die Möglichkeit einer würdigen 
Beerdigung habe. Der folgende Artikel aus der Bundesverfassung zeigt 
uns, dass die Beerdigung keine kirchliche, sondern eine zivilrechtliche 
Angelegenheit ist und die bürgerlichen Behörden dafür zu sorgen haben, 
dass jeder Verstorbene schicklich beerdigt wird. 

"Art. 532 Die Verfügung über die Begräbnisplätze steht den bürgerlichen 
Behörden zu. Sie haben dafür zu sorgen, dass jeder Verstorbene schicklich 
beerdigt werden kann. Die schickliche Beerdigung eines Verstorbenen ist 
ein über den Tod hinaus wirkendes verfassungsmässiges Recht der Bürger. 
Es beruht auf dem Gedanken, dass auch dem toten menschlichen Körper 
noch Achtung gebührt und dass es für jeden Menschen, insbesondere für 
die dem Toten Nahestehenden, etwas Verletzendes hat, wenn ihm diese verweigert wird ... 
Ausserdem enthalte das Gebot der schicklichen Beerdigung in Art. 53 Abs. 2 für den Verstorbenen ein anerkanntes subjektives öffentliches Recht und dass damit eine vom Verstorbenen gewählte Bestattungsart zu berücksichtigen sei."

Quelle: Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874, Helbling & Lichtenhahn Verlag AG Basel / Stand Oktober 1989.